Station 7 - Klausenhöhlen

Die Klausenhöhlen dienten altsteinzeitlichen Jägern und Sammlern als Schutz und Wohnhöhlen.

Beschreibung

Die Besiedlungsgeschichte des Altmühltals begann am Anfang der letzten Eiszeit, in der so genannten Würmeiszeit, vor ca. 80.000 Jahren. Dagegen fehlen archäologische Funde aus der ältesten Phase der Altsteinzeit, d. h. aus der Günz-, Mindel- oder frühen Rißeiszeit vor 500.000 – 120.000 Jahren, doch das wird seinen Grund eher in der Änderung der Flusssysteme haben. Die Donau floss nämlich bis vor etwa 200.000 Jahren durchs Untere Altmühltal. In Höhlen oder Felsüberhängen konnten sich daher keine älteren Funde ablagern. In der Würmeiszeit vor ca. 100.000 – 10.000 Jahren gibt es dagegen erste Hinweise auf Menschen, die sich in den Höhlen oder unter Felsschutzdächern, so genannten Abris, im Unteren Altmühltal aufgehalten haben. Damals herrschte hier ein Klima, das heute dem der Tundren ähnlich ist. Das eisfreie Altmühltal war ein günstiges Jagdrevier, in dem Mammut, Nashorn, Ren, später auch Pferd, Wisent und Ur lebten.

Von Mammutzahn und Höhlenbär
Die Klausenhöhlen sind ein System von mehreren übereinander geschachtelten Höhlen: Untere Klause, Klausennische, Mittlere und Obere Klause. Bis auf die Untere Klause fand man in den anderen Höhlen Werkzeug und Gerät aus alt-, mittel- und jungpaläolithischer Zeit. Aus der Klausennische stammt z. B. ein Milchschneidezahn eines Neandertalers. In der Mittleren Klause konnten die Archäologen aus der magdalénienzeitlichen Schicht eine einreihige Harpune, Knochenspitzen sowie einen Lochstab aus Rentiergeweih bergen, der mit Fantasiewesen geschmückt ist. Eine Kalksteinplatte mit Ritzlinien eines Wildpferdes dokumentieren erste Kunsterzeugnisse. 1913 fanden die Archäologen das Skelett eines Homo Sapiens. Der etwa 30-jährige Mann verstarb vor etwa 18.000 Jahren. Seinen toten Körper bettete man in eine mächtige Rötelpackung. Im Bereich des Schädels lagen Mammutstoßzahnbruchstücke.

Hörpunkt zu den Klausenhöhlen
Neben dem Fahrradweg südlich des Main-Donau-Kanals befindet sich ca. 500 Meter südöstlich der Essinger Holzbrücke "Tatzlwurm" ein Hörpunkt.

Wichtiger Hinweis zum Betreten der Klausenhöhlen
Die Klausenhöhlen sind im Privatbesitz. Deshalb kann es zu Einschränkungen kommen. Wenn Sie die Klausenhöhlen mit einer Gruppe im Rahmen des Archäologieparks Altmühltal besichtigen möchten, rufen Sie bitte vorher bei Dr. Bernd Sorcan, Tel. 09441 10492 an. Zusätzlich müssen wir darauf hinweisen, dass das Betreten auf eigene Gefahr geschieht und keinerlei Haftung übernommen wird.

01.10.2018 bis 31.03.2019 Wegen Fledermausschutz gesperrt.
freier Eintritt

Anschrift

Klausenhöhlen

93343 Essing

Telefon 09441 10492

Fax 09441 176000
Bernd.Sorcan@archaeologisches-museum-kelheim.de


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